Tony Cragg

„Einer der bedeutendsten Bildhauer unserer Zeit“, nannte ihn die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Mal massiv, mal fragil und leicht wirkend, erschafft Cragg Formen und Figurationen, die nicht nur für sich stehen, sondern den sie umgebenden Raum unmittelbar einbeziehen. Seine Werke sind im öffentlichen Raum und in bedeutenden internationalen Museen wie dem Amsterdamer Stedelijk Museum und der Londoner Tate Gallery zu sehen.

Tony Cragg ist ein Verehrer der Stoffe: „Material ist alles, was wir kennen – alles was in dem Raum ist, auch Dinge wie Emotionen und Intelligenz haben eine materielle Grundlage. Wenn also auch Gedanken und Gefühle eine materielle Grundlage haben, dann kann man erahnen, wie erhaben das Material ist.“, so der Künstler in einem Interview.

Ob Holz, Stein, Edelstahl, Fiberglas, Bronze, Kunststoffe, Styropor oder Kevlar – Cragg haucht den Materialien Seele ein, wenn er aus ihnen Skulpturen schafft, deren unbekannte, amorphe Formen gleichermaßen faszinieren und Fragen aufwerfen. Inspiriert ist er dabei immer nur von seinen eigenen Gedanken: „Mein ursprüngliches Interesse am Herstellen von Bildern und Objekten war und ist noch heute das Hervorbringen von Dingen, die weder in der Natur noch in unserer funktionalen Welt existieren, Objekte, die meine Empfindungen gegenüber der Welt und meiner eigenen Existenz spiegeln und zum Ausdruck bringen.“

Der Vielfalt an möglichen Formen ist auch Craggs Skulpturenpark in Wuppertal gewidmet, in dem er sowohl eigene Werke wie auch Objekte von Bildhauer-Kollegen ausstellt: „Wir wollen keine schicken Shows, kein konzeptuelles Zeug, keinen dekorativen Showroom, sondern einen Ort für Menschen schaffen, die ein Interesse an Bildhauerei haben, die sich ernsthaft für Formen und ihre Bedeutung interessieren.“

Tony Cragg, 1949 in Liverpool geboren, arbeitete zunächst als Biochemiker in einem Forschungslabor und absolvierte später ein Kunststudium an verschiedenen englischen Universitäten. Er hatte zahlreiche Lehraufträge inne, u. a. in Metz, Berlin und Düsseldorf, wo er an der dortigen Kunstakademie auch Rektor war. Cragg ist Mitglied an der Royal Academy of Arts, London und der Akademie der Künste, Berlin, er wurde in den Stand eines Commander of the British Empire erhoben und ist Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse. Neben dem Turner Prize erhielt er auch den Praemium Imperiale.

Tony Cragg lebt und arbeitet seit 1977 in Wuppertal.

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